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Andacht

Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so wählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter gedient haben jenseits des Stroms, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen.

Josua 24,15

Den letzten Satz des Textes wählten meine Frau und ich vor über 45 Jahren zu unserem Trautext. Er hängt in Holz geschnitzt in unserer Wohnung. Es sind Worte Josuas, eines Mannes, der zu dem Zeitpunkt über 100 Jahre alt war. Er sprach zu seinem Volk. Schon beim Auszug aus Ägypten gehörte er nicht mehr zu der jüngeren Generation. Er war die 40 Jahre durch die Wüste gewandert. Zusammen mit Kaleb durfte er als Einziger der "Alten" ins gelobte Land einziehen. Er hatte Siege und Niederlagen miterlebt, Führung und Auflehnung. Nun nahm er von seinem Volk Abschied.

Sie waren alle jünger als er. Ihnen sagte Josua ein Wort, das vielleicht auch für uns unverständlich ist: "Wählt euch heute, wem ihr dienen wollt" (Jos 24,15). Was gab es denn zu wählen? Gehörten nicht alle dem Volk Gottes an? Doch Josua forderte zur Entscheidung auf: "Wählt euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter gedient haben jenseits des Stroms, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt." (Jos 24,15) Und dann kam das Aber: "Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen." (Jos 24,15) Für Josua gab es keine andere Wahl. Er sagte damit: "Ich habe damals gewählt, als ich als Kundschafter in das Land geschickt wurde. Als ich zurückkam, hat sich ganz Israel gegen Gott aufgelehnt. Damals, als ich gesteinigt werden sollte, weil ich auf der Seite des Herrn stand. Das war vor über 60 Jahren. Ich stehe auch heute noch zu dieser meiner Wahl." Aus seinem Bekenntnis spricht ebenfalls der Wunsch, dass das gesamte Volk seine Wahl für den wahren Gott trifft. Doch zwingt er ihnen Gott nicht mit Gewalt auf. Denn Gott will nicht, dass wir ihm nur mit geteiltem Herzen dienen, sondern, dass wir eine bewusste Entscheidung für ihn getroffen haben.

So sind auch unsere Gemeinde und alle Gläubigen auf der Wanderung ins gelobte Land. Dabei wird jeder von uns immer wieder neu vor die Wahl gestellt, wem wir dienen wollen. Willst du zu den Dingen zurückgehen, die du bei der Bekehrung aufgegeben hast, oder gar modernen, neuen Götzen dienen? Ich möchte mich auf die Seite Josuas stellen. "Ich aber [... will] dem Herrn dienen." (Jos 24,15)

Gerhard Mellert